Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Matinee

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Zu den Quellen". Die Pfarrerin der Lutherischen Stadtkirche Wien, Julia Schnizlein, fragt nach moderner Quellenkritik Zurück zu den Wurzeln - zurück zur Quelle: Mit diesem Anspruch veröffentlicht der fromme Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 95 Thesen. Er will ein Gelehrtengespräch über den Glauben anstoßen. Luther fordert eine Erneuerung, eine Re-Formation der bestehenden Kirche zurück zur Quelle, zum Wort Gottes - und übersetzt die Heilige Schrift aus ihren Originalsprachen ins Deutsche, so dass jeder und jede selbst die Bibel lesen kann. Als ehemalige Journalistin fragt die evangelische Theologin Julia Schnizlein, Pfarrerin der Lutherischen Stadtkirche in Wien, in ihren "Gedanken für den Tag" vor dem Reformationstag nach den Kraft-Quellen in Zeiten einer Pandemie, aber auch nach moderner Quellenkritik und spürt der Frage nach, warum Menschen vor allem in Krisen auf fragwürdige "alternative" Informations-Quellen bauen. Fazit: "Wir dürfen nicht alles glauben, was wir denken".

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Irene Suchy. Julius Korngold wettert gegen die Sitten der 20er Jahre, Ludwig Hirschfeld bedauert, dass Bankhäuser die Cafes verdrängen und Rose Simpson von der Incredible String Band wird Bürgermeisterin "Wenn Vorherrschaft von Kino, Revue, Jazz, seelenloser Amüsierkunst, gesteigerter Entblößungs- und Tanztrieb und ähnliches auf die Gefahr tiefer psychologischer Änderungen der Menschennatur und nicht auf bloße modische Oberflächenerscheinungen weisen würden, so hätten gerade die Musiker einer solchen Zeit die Pflicht - gegen die Zeit zu komponieren."

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine bereichernde Beziehung. Die Biologin Marie-Helene Scheib spricht über Kinder und Haustiere. Teil 1: Beste Freunde Gestaltung: Renate Pliem Sie gehen durch dick und dünn miteinander, bringen Vertrauen, Empathie und Verantwortungsgefühl: Wenn Kinder mit Heimtieren aufwachsen, ist das eine große Bereicherung. "Heimtiere" nennt man Tiere, die in einem Haushalt gehalten werden können, wie Hunde, Katzen, Vögel oder Fische. "Wenn ein Kind ein Heimtier will, sollten sich die Erwachsenen klar sein, dass es dennoch vorrangig das Tier der Eltern ist", meint Marie-Scheib. Sie ist Direktorin der Tierpflegeschule an der Vetmeduni Vienna. Die Eltern sollten überlegen: Haben wir Platz, haben wir Zeit und haben wir das Geld für ein Haustier? Doch welches Tier passt zu welchem Kind? Will es einen Hund als "besten Gefährten", mit einer Katze kuscheln oder lieber Reptilien in einem Terrarium oder Fische in einem Aquarium beobachten? Danach sollte sich die Auswahl richten. Und eines sollte man auch bedenken: Die Tiere im Haushalt sind auf "ihre" Menschen angewiesen, es ist Verantwortung ein Leben lang.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert

Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (1). Gestaltung: Ute Maurnböck Kinder sollten eine Auszeit bekommen: von Krieg, Hunger, Gräuel und Trostlosigkeit. Schon nach dem 1. Weltkrieg gab es Initiativen für Kinderlandverschickungen, vor allem Schweden zeigte sich als großzügiges Gastgeberland. Während des 2. Weltkriegs ermöglichte die sogenannte erweiterte Kinderlandverschickung über zwei Millionen Kindern bzw. auch ganzen Schulklassen des Deutschen Reichs Wochen oder gar Monate bei Gasteltern oder in Gasthäusern zu verbringen. Österreichische Kinder blieben von der Möglichkeit, vor Bomben, Hunger und Mangelerkrankungen bewahrt zu werden, bis 1943 ausgespart. Für die Organisation der "Unterbringungsaktion", ein Euphemismus für den Begriff "Evakuierung", zeichnete die Hitlerjugend verantwortlich. Kinder, die als "asozial" galten, konnten an den Lagern genauso wenig teilnehmen wie solche, die zum Beispiel an Epilepsie litten oder chronische Bettnässer waren. Beim Aufenthalt in den ländlichen Gemeinden standen strenger Gehorsam und Ordnung im Vordergrund. Geländespiele, marschieren und Fahnenappelle gehörten dazu. Viele Kinder kamen auch in Pflegefamilien unter oder wurden bei Verwandten untergebracht. Die meisten Unterlagen zu den Kinderlandverschickungen wurden zu Kriegsende vernichtet, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen schilderten ihren Aufenthalt sehr unterschiedlich: einerseits als glückliche Zeit, die sie unbeschwert mit Gleichaltrigen verbringen konnten, andererseits als eine Zeit des Schreckens, in der sie gehänselt wurden und an Heimweh litten. In den Straßennamen Wiens ist die Kinderhilfe bis heute abzulesen: Die Holland- und die Dänenstraße, der Schwedenplatz und der Schweizergarten erinnern daran. Nach dem 2. Weltkrieg - In den Jahren 1947 bis 1958 - brachte die Caritas 37.000 Kinder zum Aufpäppeln ins europäische Ausland. Da gab es etwa die Spanienkinder, die zu Gastfamilien ins diktatorisch geführte Spanien gebracht wurden oder andere, die in die Schweiz, nach Holland oder Schweden kamen.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (1). Gestaltung: Renate Pliem, Sabrina Adlbrecht *Q wie Quitte* Die Quitte ist kein Obst, das man einfach vom Baum pflückt und nascht. Die gelben Früchte sind behaart, verströmen aber bei Vollreife einen einzigartigen Duft. Die Quitte (Cydonia oblonga) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist eine sehr alte Kulturpflanze. Die Wildform hat ihre ursprüngliche Heimat südlich des Kaspischen Meeres. Schon vor viertausend Jahren begannen die Menschen, wilde Quitten zu domestizieren. In der griechischen Antike galten die "kydonischen Äpfel" als Symbol für Liebe, Fruchtbarkeit und Glück. Quitten wurden nicht nur zu Speisen verkocht, sondern auch als Heilmittel geschätzt. Hippokrates empfahl sie zum Beispiel bei Fieber und Durchfall. Die Römer veredelten die Quitte zu Parfum und aromatisierten damit ihre Süßspeisen. In unseren Breiten tauchte die Quitte im Mittelalter auf. In vielen Kochbüchern dieser Zeit findet man dazu genussvolle Rezepte. Die Früchte haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt und enthalten viel Pektin. Dadurch eignen sie sich sehr gut zum Gelieren. Sogar der Ausdruck "Marmelade" soll auf die Quitte zurückgehen: Das portugiesische Wort "marmelo" bedeutet so viel wie "Quittenmus". In Spanien ist das Quittenbrot (Dulce de membrillo) eine vorweihnachtliche Spezialität. Doch nicht nur als süße Variante wird die Quitte in der Küche geschätzt: Sie passt gut zu Wild und in Chutneys, in Marokko bereichert sie Schmorgerichte. Aber auch in der Naturkosmetik kommt die Quitte zum Einsatz. Gestaltung: Renate Pliem

09.45 Uhr
Radiokolleg - Therapeutische Klänge

Musik und Medizin (1). Gestaltung: Katharina Hirschmann Erste schriftliche Zeugnisse, dass sich Musik positiv auf die Gesundheit der Menschen auswirke, findet man im antiken Griechenland. So gab es die Idee des sogenannten "Ethos in der Musik". Bestimmten Tonarten, Rhythmen und Tongeschlechtern wurden Einflüsse auf die menschliche Seele zugeschrieben. In dieser antiken Vorstellung entstanden Krankheiten aufgrund einer Unausgewogenheit der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle), deren Mischungsverhältnis harmonisiert werden musste. Wohlklingende Musik sollte dazu ihren Beitrag leisten. Auch setzten sich am Ende des achtzehnten Jahrhunderts viele Pioniere der Psychiatriebewegung für einen humanen Umgang mit psychisch Kranken ein, und plädierten in diesem Zusammenhang auch für die Anwendung von Musik. Konkrete Überlegungen dazu gab es von dem Wiener Arzt Peter Lichtenthal, der in seinen Schriften den Einsatz der Musik bei unterschiedlichen Krankheiten zusammenfasste. Mit dem Arzt und Psychiater Bruno Görgen fand die Musik Einzug in die Wiener Psychiatrie, vornehmlich bei den sogenannten "Gemütskrankheiten" (etwa Depression) und wurde vor allem zur Beschäftigung, Unterhaltung und Zerstreuung von Patienten eingesetzt. Sie sollte aber auch der "Erweichung des Gehirns" (heute würden wir sagen: der Demenz) entgegenwirken. Man erkannte rasch auch die negativen Auswirkungen von Musik auf den Menschen und stellte fest, dass die Musik auf den Patienten abgestimmt werden musste. Der Wirkung von Musik auf den Menschen ist man sich also schon lange bewusst. So wird sie etwa in Form von Musiktherapie und Musikmedizin erfolgreich angewandt. So entsteht einerseits eine Dreierbeziehung zwischen Patienten, Therapeut und Musik, andererseits eine Zweierbeziehung zwischen Patienten und Musik. Die Anwendungsbereiche von musikalischer Therapie sind vielfältig. Sie reichen von physischen bis zu psychischen Erkrankungen. Allen voran werden damit Depressionen und Demenz behandelt. Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Aufschwung erlebt, die Wirkung von musikalischer Therapie dementsprechend gut untersucht.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Robert Fontane Erinnerungen an die Sopranistin Cheryl Studer Ausschnitte aus Werken von Gioacchino Rossini, Giuseppe Verdi, Richard Wagner u. a. Kaum eine andere Vita als jene der Sopranistin Cheryl Studer hat die Musikwelt anschaulicher gelehrt, wie endlich selbst die traumhaftesten Künstlerkarrieren sein können. Im Sommer 1985 ist sie für die erkrankte Gabriela Benacková in Bayreuth als Elisabeth in Wagners Tannhäuser eingesprungen, und dieses Debüt katapultierte die Künstlerin sofort in die erste Reihe der Operndiven. Ab diesem Zeitpunkt interessierte sich auch vermehrt die Tonträgerindustrie für sie, die ihr bald ein weit gefächertes Repertoire angeboten hat, das von Mozart bis Richard Strauss und vom Belcanto bis hin zum dramatischen Fach gereicht hat. Der Fantasie der Musikproduzenten waren dabei weniger Grenzen gesetzt, als der stimmlichen Belastbarkeit der Künstlerin, die in zunehmendem Maße mit Intonationsproblemen zu kämpfen hatte. Probleme, die ihr Umfeld bereits erkannt hatte, noch bevor die Künstlerin selbst ihrer gewahr wurde. Unbestritten hat Cheryl Studer aber über eine interessante und farbenreiche Sopranstimme verfügt, deren einzigartige Charakteristik sie unverkennbar von ihren Fachkolleginnen unterschieden hat. Zu ihrem 65. Geburtstag gratuliert "Anklang" mit Aufnahmen aus der Glanzzeit der Sopranistin.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Von Artmann bis Lobe, von Nöstlinger bis Turrini - Kinderliteratur aus Österreich". Gelesen von Pippa Galli, Eva Mayer, Rafael Schuchter und Lukas Watzl

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Hans Georg Nicklaus. In seiner letzten CD-Einspielung präsentiert der 2019 verstorbene Dirigent Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und der Organistin Iveta Apkalna zwei große Werke für Orgel und Orchester Ein Live-Mitschnitt vom März 2019 mit Saint-Saens' "Orgelsymphonie" (Symphonie Nr. 3) und Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken präsentiert diese bei BR Klassik frisch erschienene CD. Die lettische Organistin Iveta Apkalna (seit 2017 Titularorganistin in der Elbphilharmonie Hamburg) übernimmt den Solopart, der im Falle von Saint-Saens eigentlich gar kein "Solo" der Orgel bedeutet, sondern eher ein zusätzliches Instrument im Reigen des Orchesters; "avec orgue" heißt es lapidar im französischen Originaltitel. Camille Saint-Saëns verbrachte seine glücklichste Zeit an der Pariser Église de la Madeleine, wo er geschätzter Organist war. Besonders seine freien Improvisationen hatten eine große Anhängerschaft, für Franz Liszt war er der "beste Organist der Welt". Ob oder trotz dieser Improvisationsstärke gibt es im rund 300 Werke umfassenden Oeuvre Saint-Saëns' nur wenig Orgelwerke. In seiner 1885/86 entstandenen 3. Symphonie setzt er die Orgel als Teil des Orchesters ein und verlangt von der Organistin besonderes Einfühlungsvermögen. Eine höchst eigentümliche Klangmixtur. Die bietet auch das Orgelkonzert von Francis Poulenc, das zweite Werk auf dieser CD: ein siebensätziges verspieltes Stück, das wie ein Wettstreit erhabener Kirchenklänge mit ausgelassener Jahrmarkt- oder Zirkusmusik klingt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Kontakt zu Mama und Papa nach der Trennung. Gäste: Dr. Christine Miklau, Familienrichterin am Bezirksgericht Meidling in Wien Elisabeth Partl, Leiterin des Besuchscafé Aneli in Wien. Moderation: Natasa Konopitzky. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Wenn sich ein Paar trennt und es Kinder gibt, muss viel geregelt werden: Wie oft sieht der Elternteil, der nicht mit den Kindern im gleichen Haushalt lebt, seinen Nachwuchs? Wie lange dauert der Kontakt? Wo findet die Übergabe statt? Was, wenn es eine kurzfristige Absage gibt? Wer nimmt die Kinder wann in den Ferien? Einigen sich die Eltern nicht einvernehmlich, muss das Gericht über die Kontakte entscheiden. Jeder Elternteil und das Kind haben gesetzlich das Recht, einander zu treffen. Das ist im Kontaktrecht, früher Besuchsrecht, gesetzlich geregelt. Das Wichtigste dabei ist das Kindeswohl, sagt Christine Miklau. Sie ist Familienrichterin am Bezirksgericht Meidling in Wien. Oft gelinge es durch eine gerichtliche Regelung die Konfliktdynamik zwischen den Eltern zu beruhigen. In schwierigen Situationen, wenn etwa die Streitigkeiten nicht nachlassen, wenn Vater oder Mutter psychisch krank ist oder die Kinder von einem Elternteil stark entfremdet sind, kann das Gericht eine sogenannte Besuchsbegleitung anordnen. Die Treffen finden dann unter professioneller Aufsicht auf neutralem Boden in Besuchscafés statt. Besuchscafés sind gemeinnützige Vereine, in denen Eltern und Kinder unter Aufsicht in wohnzimmerähnlicher Atmosphäre zusammenkommen können. Vergangene Woche schlugen die Besuchscafés österreichweit Alarm: Der Bedarf an Besuchsbegleitung ist durch die Corona-Krise stark gestiegen und die Fördergelder, die einkommensschwache Eltern unterstützen, sind ausgeschöpft. Elisabeth Partl, die Leiterin des Besuchscafé Aneli in Wien, musste Anfang Oktober etwa 60 Vätern und Müttern mitteilen, dass sie ihre Kinder für einige Monate nicht sehen werden können. Mittlerweile besteht aber wieder Hoffnung auf weitere Finanzierung, sagt Elisabeth Partl. Natasa Konopitzky spricht mit der Pädagogin Elisabeth Partl und der Richterin Christine Miklau über die schwierigen Situationen, wenn sich Eltern nach der Trennung nicht einigen können und wie durch professionelle Unterstützung die Beziehung von Kindern zu beiden Elternteilen aufrechterhalten werden kann. Diskutieren Sie mit: telefonisch unter 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich - oder schriftlich per E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Liszt Festival Raiding 2020

Shani Diluka, Klavier. Franz Liszt: a) Sonetto del Petrarca Nr. 104; b) Jeux d'eau à la Villa d'Este * Ludwig van Beethoven: Sonate cis-Moll op. 27/2, "Mondschein-Sonate" * Franz Schubert/Franz Liszt: Ständchen; Gretchen am Spinnrade; Auf dem Wasser zu singen * L. van Beethoven: Sonate f-Moll op. 57, "Appassionata" (aufgenommen am 17. Oktober im Franz Liszt Konzertsaal im Lisztzentrum in Raiding). Präsentation: Gerhard Krammer

15.30 Uhr
Moment

Ein Korallenpilz, Streichhölzer, eine alte Weinpresse Von Gerüchen, die in jüngste Kindertage zurückversetzen "In der Sekunde, da dieser mit den Gebäckkrümeln gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, war ich wie gebannt. Und mit einem Mal war die Erinnerung da." Ein Ausschnitt aus Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Geschmacks- oder Geruchserlebnisse können plötzlich alte Erinnerungen hervorrufen. Psychologen beschreiben dieses Phänomen als "Proust-Effekt". Jemand reibt an einem Streichholz, und wir erinnern uns daran, wie wir in Kindertagen einen Strohmann angezündet haben. Wir gehen unter einem Nussbaum hindurch, und auf einmal sehen wir uns als Kind Nüsse sammeln und für das Weihnachtsgebäck am Dachboden verstauen. Wie jeden Dienstag wollen wir nach der Sendung von Ihren hören: Welche Gerüche in Ihrem Alltag erinnern Sie an Ihre Kindheit? Von welchen Düften waren Ihre Kindertage geprägt? Wann haben Sie zuletzt etwas gerochen, das Sie an etwas längst Vergangenes erinnert hat? Eine Stunde lang können Sie mit Gestalter der Sendung im Studio sprechen. Die Telefonnummer ist 0800 22 69 79. Oder Sie schreiben uns ein E-Mail an: moment@orf.at Ausschnitt sind am Mittwoch in "Moment-Echo" zu hören. Gestaltung: Jonathan Scheucher

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Rudi lernt Rugby spielen Der Radiohund trifft vier echte Sportskanonen, die in ihrer Freizeit nichts lieber tun als sich zu ruggen, zu tackeln und zu moulen. Wenn man das so eindeutschen darf. Angelo, Victoria, Leonhard und Max sprechen zwangsläufig ziemlich viel Englisch, nicht, weil sie so cool sind - das sind sie sowieso - sondern weil ihr Lieblingssport aus England kommt. Die Kinder durcheinander: "Man versucht, mit dem Ball in die gegnerische Punktezone zu kommen und den Ball sicher abzulegen. Und der Gegner muss versuchen, dich sicher zu stoppen. Er muss dich kontrolliert zu Boden bringen. Mit einem Tackle. Und dann gibt's das Rug: Wenn jemand umgeworfen wird, also in den Kontakt geht, und eine Person drüber geht, um den Ball zu schützen." Gestaltung: Almud Krejza und Barbara Zeithammer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

Ö1 Themenwoche "Kindheit" "Ich träume die Geschichte weiter" Wenn Kinder Bücher schreiben Feature von Eva Roither "Geschichten sollten in der Mitvergangenheit geschrieben werden, sie in der Gegenwart zu schreiben, ist unlogisch!" Das bekundet der derzeit jüngste Autor Österreichs, Joel Meyer. Bereits im Alter von 8 Jahren hat er zwei Bücher geschrieben, die später publiziert wurden. Jetzt, mit 9 Jahren, benutzt er die Sommerferien, um an Band drei seines auf nichts Geringeres als eine Trilogie angelegten Oeuvres zu arbeiten. Titel: Auf der Suche nach den verschwundenen Hühnchen. Dafür hat er bunte Haftnotizen auf seine Kinderzimmertür geklebt, die den Verlauf der Story skizzieren. Ob er nach Vollendung seiner Trilogie weiterhin Autor sein möchte, ist für ihn nicht klar. Er kann sich durchaus vorstellen, als Forscher die Welt zu bereisen. Hannah-Lynn Grob hingegen, die aus einer Schweizer Schriftstellerfamilie stammt, weiß jetzt schon: "Ich möchte so richtig dicke Bücher schreiben". Sie hat im Alter von 9 Jahren ihr erstes Kinderbuch geschrieben und gezeichnet. Über den Sternen ist im CoLibri Verlag erschienen. Dass anfängliches Spiel zu Arbeit wird und Durchhaltevermögen gefragt ist, wenn die Geschichte zu Ende erzählen werden soll - das erleben alle Kinder. Aber sie haben auch ihre ganz eigenen Methoden, das Spielerische in die Arbeit zurückzuholen: "Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann warte ich und manchmal träume ich die Geschichte weiter", erzählt Leandra Gloor. Sie lebt ebenfalls in der Schweiz. Sie und ihre Schwester Selina Gloor haben im Alter von 10 und 11 Jahren ihr erstes Werk veröffentlicht. Was alle vier Kinder verbindet: Die jungen Autor/innen haben ausgesprochen viel gelesen und sie haben Eltern, die sie beim Veröffentlichen ihrer Werke unterstützen. Ihre Geschichten handeln von einer abenteuerlichen Suche, die in phantastische Welten führt, von geheimnisvollen Hinweisgebern und wunderlichen Wesen, die es zu überlisten oder zu besänftigen gilt. Joel Meyer hat eine Reise in die Stratosphäre erfunden, seine Protagonisten können auf Wolken gehen und Papierkraniche mit ihren Gedanken steuern. Fragt man ihn, welches seiner zauberhaften Abenteuer er selbst gerne erleben würde, so antwortet er ohne zu zögern ganz schlicht: "Mit der Katze kuscheln!" Sprecherinnen: Eva Roither und Leonora Hastik Soundstücke: Stefan Weber Ton: Martin Leitner Redaktion: Alfred Koch

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. "Putumayo Kids - wenn sich ein erfolgreiches World-Music-Label an Kinder richtet." Aus einem Lateinamerika-Shop in New York wird ein weltweit erfolgreiches Platten- und CD-label. Das ist, in einem Satz zusammengefasst, die Geschichte von "Putumayo". Jenes Geschäft, in dem es noch keine Musik, sondern Gewand und Kunsthandwerk zu kaufen gab, öffnete 1975. Das Musik-Label entstand 1993, und 1999 wurde die Serie "Putumayo Kids" ins Leben gerufen. Sie umfasst bislang 15 CDs und stellt das spielerische Erfahren von Musik aus aller Welt in den Vordergrund. Der Untertitel der meisten CDs lautet dementsprechend "Playground". Die Spielräume bieten einen Streifzug durch die Serie, anlässlich des 45.Geburtstages von Putumayo, dessen Gründer Dan Storper damals durch Kolumbien gereist war, unter anderem entlang des Rio Putumayo?

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zum Ö1- Schwerpunkt Kindheit Zur Geschichte einer Hinwendung mit: Christoph Kühberger, Prof. für Geschichts- und Politikdidaktik, Universität Salzburg Gestaltung: Andreas Wolf "Liebt die Kindheit, fördert ihre Spiele, ihre Freuden, ihr liebenswürdiges Wesen! Wer von euch hat sich nicht manchmal nach dem Alter zurückgesehnt, in dem das Lachen immer um die Lippen spielt und der Friede immer in der Seele wohnt?" Jean-Jacques Rousseau hat in seinem 1762 veröffentlichten Opus magnum "Émile ou de l'éducation" (Dt. "Émile oder über die Erziehung") den Grundstein für die breite Wahrnehmung der Kindheit als Lebensalter mit eigenen Qualitäten und Bedürfnissen gelegt. Erziehung zu einem freien, autonomen Menschen im Erwachsenenalter war für den Philosophen oberste Prämisse. Zwar existierte im Mittelalter ein Bewusstsein für dieses Lebensalter und es wurden Kinder in der Renaissance von Erwachsenen unterschieden, doch brauchte es erst das Zeitalter der Aufklärung, um für Kinder einen individuellen Raum ihrer Entfaltung und die Wertschätzung ihrer Freiheit zu fordern. So wie die Debatten um Kinderschutz und Pädagogik, Gesundheit und Kinderrechte Anfang des 20. Jahrhunderts unter Leitgedanken von Reformpädagoginnen wie Ellen Key entflammten, wurde schließlich an dessen Ende das "Verschwinden der Kindheit" beklagt.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Wie lebt es sich als Schauspielerin, Kabarettist, Malerin oder Musiker hierzulande? Gestaltung: Daphne Hruby Im Frühjahr stand der Kulturbetrieb in ganz Österreich von einem Tag auf den anderen komplett still. Während ab Mitte April die Baumärkte wieder aufsperren durften, konnten Theater, Clubs und Ateliers erst wieder ab Ende Mai schrittweise ihre Tore öffnen. Auch auf spezifische Corona-Unterstützungen musste die Kultur am längsten von allen Branchen warten. Besonders kleine Häuser und die freie Szene haben es derzeit sehr schwer. Ihre Räumlichkeiten sind von vornherein schon begrenzt, jetzt dürfen sie noch weniger Gäste hineinlassen. Zusätzlich mussten sie viel Geld in Corona-Präventionskonzepte investieren. Doch nun bleibt vielerorts auch noch das Publikum aus. Nicht wenige haben Angst vor einer Ansteckung. Das Leben als freie Künstlerin oder freier Künstler war schon vor Corona prekär. Die Förderungen fließen großteils in große Häuser und staatliche Betriebe. So schlimm wie jetzt war es aber noch nie. Quasi tagtäglich werden neue Maßnahmen angekündigt. Viele haben Sorge, den Winter beruflich nicht zu überstehen.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Wenn Kinder sich nicht mehr bewegen Von Daphne Hruby Laut Weltgesundheitsorganisation WHO waren im Jahr 2017 ca. 30 Prozent der österreichischen Schulkinder übergewichtig oder adipös, also krankhaft fettleibig. Und es werden immer mehr. Fachleute prognostizieren eine Verdoppelung bis 2025. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit warnte kürzlich in einer Aussendung auch, dass immer weniger Heranwachsende schwimmen können, im Juni 2019 war es nur jedes dritte Kind. Der Ruf nach einer täglichen Turnstunde für alle Schulkinder hallt schon seit Jahren durch Österreich - realisiert wurde sie bis heute nicht. Dabei fördert Bewegung nachweislich nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit. Umso größer ist das Problem, dass der Bewegungsmangel auch in der Freizeit zunimmt. Viele Heranwachsende scheitern heute schon an einfachsten Übungen wie einem Purzelbaum. Dieser frühe Bewegungsmangel kann später Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mitverursachen.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

(I) Fabian Egger, Flöte; Julian Kainrath, Violine; Emil Weller, Max Weller, Ryan Bradshaw und Shunta Morimoto, Klavier; Katharina Stemberger, Rezitation. F. Chopin: Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22 * C. Chaminade: Sérénade aus "Étoiles" op.142 * P. Taffanel: Grande Fantaisie sur Mignon * F. Chopin: Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 * M. Ravel: Alborada del gracioso * A. de Saint-Exupéry: Aus: "Der kleine Prinz" * (II) Christopher Hinterhuber und Markus Schirmer, Klavier; Joseph Lorenz, Rezitation. F. Schubert: Divertissement à la hongroise D 818 * I. Kertész: "Erdenbürger und Pilger" * P. Handke: Aus: "Mein Jahr in der Niemandsbucht - ein Märchen aus den neuen Zeiten" * F. Schubert: Divertissement sur des motifs originaux français D 823 (aufgenommen am 11. und 12. September auf Schloss Eggenberg im Rahmen von "Arsonore 2020" in Surround Sound). Präsentation: Franz Josef Kerstinger

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert. Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (1). Gestaltung: Ute Maurböck Das ABC der Speisepflanzen. Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (1). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht, Renate Pliem Therapeutische Klänge. Musik und Medizin (1) Gestaltung: Katharina Hirschmann

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

musikprotokoll 2020. Maja Mijatovic nutzt das Cembalo als Instrument für neue Klänge Der charakteristische Klang des Cembalos wird zuallererst mit Musik aus vergangenen Jahrhunderten assoziiert. Doch er eignet sich auch für aktuelle Kompositionen, wie das Uraufführungs-Projekt der in Wien lebenden Cembalistin Maja Mijatovic zeigt: Sie lud mehrere Komponierende, deren Arbeit sie besonders schätzt, vor einiger Zeit dazu ein, für ihr Instrument zu schreiben. 2019 veröffentlichte sie dann ein überraschendes und abwechslungsreiches Album mit einer Reihe von Ersteinspielungen für Cembalo solo, das auf der Bestenliste beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik landete. Beim musikprotokoll 2020 zeigt Maja, wie aufregend und unterschiedlich Komponierende heutzutage mit dem Klangkosmos Cembalo umgehen, wie sie damit experimentieren und feinste, bisher verborgene Nuancen des Instruments zutage fördern, aber auch wie sie die mechanische Vitalität des Instrumentenklangs auskosten. Eine "Versuchsanordnung für Zeitsprünge" nennt einer der beteiligten Komponisten, Hannes Dufek, diese Praxis, bei der ein altes Instrument mit zeitgenössischer Musik gepaart wird. Weitere Kompositionen stammen von Peter Jakober, Petra Stump Linshalm, Margareta Ferek Petric, Rafael Nassif und von der Musikerin selbst. Eine Teilwiedergabe des musikprotokoll-Konzerts vom 10. Oktober 2020 in der Helmut-List-Halle. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Ursula Scheidle Musikauswahl: Beate Linke-Fischer dazw. 03:00 Uhr Nachrichten